Aurora erweitert Cannabis-Werk in Leuna
Aurora hat sein EU-GMP-Werk in Leuna ausgebaut und erwartet mehr als doppelt so viele Blüten pro Jahr. Konkrete Mengen nennt das Unternehmen nicht.
Der kanadische Hersteller Aurora Cannabis hat am 8. Oktober 2026 den Ausbau seiner Produktionsanlage für Medizinalcannabis im Chemiepark Leuna in Sachsen-Anhalt abgeschlossen. Das Unternehmen erwartet dort künftig mehr als doppelt so viele Cannabisblüten pro Jahr wie bisher; die Ware ist für deutsche Apotheken und damit für Patient:innen mit Cannabis-Rezept bestimmt.
Was in Leuna neu ist
Aurora hat rund 500 Quadratmeter zusätzliche Produktionsfläche eingeweiht, berichtet der MDR. Die Investition liegt laut Mitteldeutscher Zeitung im mittleren einstelligen Millionenbereich. Für die neuen Räume hat die zuständige Landesbehörde in Sachsen-Anhalt die bestehende EU-GMP-Erlaubnis erweitert. GMP steht für die Herstellungsregeln, die in der EU für Arzneimittel gelten; erst mit dieser Erlaubnis darf Aurora die zusätzlichen Blüten als Arzneimittel abgeben.
Der Standort heißt jetzt „Aurora Horizon“. Den Namen haben die Beschäftigten vorgeschlagen und ausgewählt. Die Pflanzengenetik stammt nach Unternehmensangaben aus der Forschungseinrichtung von Aurora in British Columbia, ebenso die Anbau- und Nacherntemethoden.
Mit dem Ausbau sind zehn neue Arbeitsplätze entstanden, insgesamt arbeiten 55 Menschen am Standort. Aurora produziert seit 2022 in Leuna und ist eines von drei Unternehmen, die in Deutschland im staatlichen Auftrag Cannabis für medizinische Zwecke anbauen. Geschäftsführer der Aurora-Produktionsgesellschaft in Leuna ist Andreas Dotterweich; er begründet die Standortwahl mit der Anbindung an Flughafen und Bahn und mit der Infrastruktur des Chemieparks.
Mengen bleiben unbekannt
Aurora nennt weder die bisherige Jahresernte in Leuna noch die künftige Menge in Kilogramm. Die Mitteilung spricht nur von mehr als einer Verdopplung der erwarteten Jahresproduktion. Welchen Anteil die zusätzliche Ernte am deutschen Bedarf haben wird und welche Sorten in welchem Umfang in die Apotheken kommen, bleibt damit offen.
Einordnung
Aurora begründet den Ausbau mit der steigenden Nachfrage nach Medizinalcannabis in Deutschland und Europa. In der Mitteilung stellt sich das Unternehmen als Hersteller im Inland dar. Geschäftsführer Dotterweich sieht Leuna als Basis, um ganz Deutschland und Europa zu beliefern.
Der Ausbau fällt in eine Phase, in der Aurora selbst Übernahmeziel ist. Der US-Konzern Curaleaf hat ein feindliches Angebot vorgelegt, das der Verwaltungsrat von Aurora ablehnt.
Was das für Patient:innen bedeutet
Mehr Ernte aus Leuna kann die Lieferfähigkeit einzelner Aurora-Sorten verbessern. Ist Ihre verordnete Sorte nicht lieferbar, bitten Sie die Apotheke, beim Großhandel nach einer Aurora-Sorte mit gleichem THC- und CBD-Gehalt zu fragen, und lassen Sie sich dafür von Ihrer Praxis ein neues Rezept ausstellen.
Quellen
- Aurora Cannabis (PR Newswire): Aurora Completes Major Expansion of European EU-GMP Manufacturing Facility, More Than Doubling Expected Annual Flower Output ·
- Mitteldeutsche Zeitung: Aurora verdoppelt Produktionskapazität für medizinisches Cannabis in Leuna ·
- MDR: Hanfduft, Kameras und neuer Name: Aurora verdoppelt Cannabis-Ernte im Chemiepark Leuna ·
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