Zum Inhalt springen
CannArzt.com
Markt CannArzt-Redaktion

Cannabis-Importe: BfArM korrigiert erstes Quartal auf 67,6 Tonnen

Das BfArM hat die Cannabis-Importe für Anfang 2026 auf 67,6 Tonnen korrigiert. Getrieben wird der Boom von Privatrezepten und Online-Apotheken.

Gelbe Paketstation mit vielen Fächern vor einer bemalten Wand
Foto: Goreted; zugeschnitten und für Web optimiert , CC0 1.0 , via Wikimedia Commons

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat die Importmenge für medizinisches Cannabis im ersten Quartal 2026 von 50,5 auf 67,6 Tonnen nach oben korrigiert. Aus dem zunächst gemeldeten Rückgang wird so ein Rekordquartal, und die Debatte über den Versandhandel mit Cannabis bekommt neue Zahlen.

Von 50,5 auf 67,6 Tonnen

Im Mai hatte das BfArM für Januar bis März 2026 genau 50,539 Tonnen ausgewiesen. Die aktualisierte Fassung, die am 20. August 2026 bekannt wurde, nennt 67,569 Tonnen. Das sind gut 17 Tonnen oder 33,7 Prozent mehr als zuerst veröffentlicht. Gegenüber dem vierten Quartal 2025 mit 60,9 Tonnen liegt die korrigierte Menge um 12,1 Prozent höher.

Der längere Trend ist deutlich: Nach Angaben der WirtschaftsWoche wurden 2023 rund 32 Tonnen Cannabis zu medizinischen Zwecken importiert, 2025 waren es rund 205 Tonnen. Im ersten Quartal 2026 kam etwa 80 Prozent mehr Blütenware ins Land als im Vorjahresquartal.

Privatrezepte treiben die Menge

Die gesetzlichen Krankenkassen verzeichneten im gleichen Zeitraum laut WirtschaftsWoche nur ein Plus von 2,2 Prozent bei Cannabis-Verordnungen. Das Wachstum entsteht damit fast vollständig im Selbstzahlermarkt. Die Privatrezepte stellen spezialisierte Online-Portale nach einer Selbstauskunft aus, ohne Ärztin oder Arzt vor Ort. Eingelöst und bezahlt werden sie vor allem bei Internet-Apotheken, die Blüten bundesweit per Post verschicken. „Cannabis aus der Internet-Apotheke ist wahrscheinlich inzwischen die wichtigste Bezugsquelle in Deutschland“, sagte Jakob Manthey vom Forschungsverbund EKOCAN, der die Folgen des Cannabisgesetzes begutachtet, der WirtschaftsWoche.

Seit April 2024 gilt medizinisches Cannabis als verschreibungspflichtiges Arzneimittel außerhalb des Betäubungsmittelrechts, was Rezept und Versand vereinfacht hat. Unter Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) deuten sich laut WirtschaftsWoche schärfere Regeln an, schon seine Vorgängerin Nina Warken (CDU) hatte einen Gesetzentwurf mit Beschränkungen eingebracht. Konkrete Maßnahmen gegen die Internet-Apotheken nannte das Ministerium auf Anfrage der Zeitung noch nicht.

Was das für Patient:innen bedeutet

Mehr Importe bedeuten mehr Auswahl und Preisdruck, aber auch große Preisunterschiede zwischen Apotheken. Wer selbst zahlt, spürt das direkt, weil Versandkosten und Grammpreise je nach Anbieter stark schwanken. Kassenrezepte spielen bei diesem Wachstum kaum eine Rolle.

Konkret: Lassen Sie sich vor jeder Bestellung den Endpreis pro Gramm einschließlich Versand nennen und vergleichen Sie mindestens zwei Apotheken. Wie das geht, zeigt unser Ratgeber zum Apothekenpreisvergleich.

Quellen

  1. Hanf Magazin: BfArM korrigiert Cannabis-Importe: 67,6 statt 50,5 Tonnen im ersten Quartal 2026 ·
  2. WirtschaftsWoche: Cannabis aus der Online-Apotheke: Was hinter dem Boom steckt ·

Passender Ratgeber

Cannabisrezept und Krankenkasse

Mehr aus Markt