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Medizin CannArzt-Redaktion

Medizinisch geprüft · 25.10.2026

Rauchstopp mit Cannabis: Fast so verbreitet wie Medikamente

9 Prozent der befragten US-Raucher:innen nutzten Cannabis beim Aufhören, fast so viele wie Rauchstopp-Medikamente. THC ging mit mehr Entzugsbeschwerden einher.

Aschenbecher mit ausgedrückten Zigarettenstummeln
Foto: Santeri Viinamäki; zugeschnitten und für Web optimiert , CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

Fast jede zehnte Person, die in den USA mit dem Zigarettenrauchen aufhören will, greift dabei zu Cannabis. Das zeigt eine am 13. Oktober 2026 im „Journal of General Internal Medicine“ veröffentlichte Umfrage, die Raucher:innen und Ärzt:innen in Deutschland eine erste Einordnung dieser Selbsthilfe-Strategie liefert.

Wie die Umfrage aufgebaut war

Forschende der University of California San Francisco, des San Francisco VA Health Care Systems und der New York University werteten eine Befragung von 2.804 Erwachsenen in den USA aus. Alle rauchten Zigaretten, nutzten nikotinhaltige E-Zigaretten oder beides. Durchgeführt hatte die Befragung das Marktforschungsinstitut Ipsos.

Die Teilnehmenden gaben an, mit welchen Mitteln sie versucht hatten, vom Nikotin loszukommen. Außerdem beschrieben sie ihre Entzugsbeschwerden. Es handelt sich um eine Querschnittsbefragung zu einem Zeitpunkt, die Antworten beruhen auf Selbstauskünften. Die Ethikkommission der UCSF stufte die Erhebung als genehmigungsfreie Forschung ein.

Cannabis fast gleichauf mit Medikamenten

Unter denjenigen, die mit dem Zigarettenrauchen aufhören wollten, nutzten 9,0 Prozent Cannabis als Hilfe. Verschreibungspflichtige Rauchstopp-Medikamente setzten 9,4 Prozent ein. Den größten Teil der Cannabisnutzung machten THC-haltige Produkte aus.

Bei Menschen, die von nikotinhaltigen E-Zigaretten loskommen wollten, war Cannabis sogar die dritthäufigste Strategie. Häufiger waren nur der Stopp ohne Hilfsmittel und der Umstieg auf ein anderes Nikotinprodukt. In beiden Gruppen nutzten mehr Befragte Cannabis als verhaltenstherapeutische Angebote. Das Nachrichtenportal Marijuana Moment ordnet den Befund in einen breiteren Trend ein: Nach Erhebungen von Gallup und der staatlichen US-Drogenbefragung NSDUH konsumieren in den USA inzwischen mehr Erwachsene Cannabis, als Zigaretten rauchen.

Die Forschenden sehen den Befund kritisch. Wer THC-Produkte beim Zigarettenstopp nutzte, berichtete über stärkere Entzugsbeschwerden, darunter Gereiztheit, Gedanken an Essen, Schlafstörungen, Unruhe und Konzentrationsprobleme. Beim Ausstieg aus der E-Zigarette ging THC vor allem mit mehr Konzentrationsproblemen einher. Ob Cannabis den Rauchstopp erleichtert oder erschwert, kann eine Querschnittsbefragung nicht klären.

Was das für Patient:innen bedeutet

Die Umfrage zeigt, dass viele Menschen beim Nikotinausstieg auf THC setzen, und sie verbindet diese Strategie mit stärkeren Entzugsbeschwerden. Die Autor:innen werten es als Warnsignal, dass THC-Produkte häufiger genutzt werden als Methoden mit nachgewiesener Wirkung, etwa Verhaltenstherapie und Nikotinersatz.

Wer aufhören möchte zu rauchen, kann die Hausarztpraxis gezielt nach einer Nikotinersatztherapie oder einem verschreibungspflichtigen Rauchstopp-Medikament fragen und mit ihr ein festes Rauchstopp-Datum vereinbaren.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

Quellen

  1. Journal of General Internal Medicine: Cannabis as a Nicotine Cessation Aid: Prevalence of Use and Potential Consequences in a Survey of US Adults ·
  2. Marijuana Moment: Marijuana Is A Popular Tool For People Trying To Quit Smoking Cigarettes, Rivaling Prescription Nicotine Cessation Medications, Study Shows ·

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