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Medizin CannArzt-Redaktion

Medizinisch geprüft · 25.10.2026

Charité-Pilotstudie: Cannabisextrakt bei Endometriose-Schmerzen

In einer kleinen Charité-Studie berichteten 27 Frauen mit Endometriose nach drei Monaten Cannabisextrakt über weniger Schmerzen. Eine Placebogruppe fehlte.

Wärmflasche auf einer geblümten Bettdecke
Foto: Vulvani; zugeschnitten und für Web optimiert , CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

Forschende des Endometriosezentrums der Berliner Charité haben am 22. September 2026 in „PLOS One“ eine Pilotstudie zu Cannabisextrakten bei Endometriose veröffentlicht. Die Teilnehmerinnen berichteten nach drei Monaten über deutlich weniger Schmerzen, doch ohne Vergleichsgruppe lässt sich der Anteil des Extrakts an dieser Besserung nicht bestimmen.

So war die Studie aufgebaut

Das Studienteam schloss 30 Frauen zwischen 18 und 45 Jahren ein, die vor den Wechseljahren standen. Alle hatten eine gesicherte Endometriose und chronische Unterleibsschmerzen. 27 Frauen schlossen die dreimonatige Behandlung ab. Sie nahmen einen standardisierten Cannabisextrakt mit ausgewogenem Verhältnis von THC und CBD ein.

Gemessen wurden Schmerzstärke, Zahl der Schmerztage und der Verbrauch anderer Schmerzmittel. Mit etablierten Fragebögen erfassten die Forschenden außerdem Erschöpfung, Ängstlichkeit, zentrale Sensibilisierung, Alltagseinschränkungen und die endometriosebezogene Lebensqualität. Die Schmerzstärke erfassten die Forschenden mit einer visuellen Analogskala, die endometriosebezogene Lebensqualität mit dem Fragebogen EHP-30. Die Studie lief an einem einzigen Zentrum.

Was die Teilnehmerinnen berichteten

Erste Verbesserungen zeigten sich nach einem Monat und blieben über die drei Monate bestehen. Die Schmerzstärke ging deutlich zurück, ebenso die Zahl der Schmerztage. Die Frauen nahmen seltener entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac und seltener Opioide wie Tramadol, Tilidin oder Oxycodon ein.

Auch Erschöpfung, Ängstlichkeit, Alltagseinschränkungen und Lebensqualität verbesserten sich laut den Fragebögen statistisch signifikant. Nebenwirkungen beschreiben die Autor:innen als überwiegend leicht und vorübergehend. Sie traten vor allem in der Phase auf, in der die Dosis schrittweise gesteigert wurde, und nahmen danach ab.

Die Autor:innen nennen selbst die wichtigsten Grenzen: nur ein Zentrum, keine Placebokontrolle und eine kurze Nachbeobachtung. Schmerzen und Lebensqualität beruhen auf Selbstauskünften, die Erwartungen und der natürliche Verlauf beeinflussen können. Die Forschenden sehen ihre Daten deshalb als vorläufigen Hinweis und fordern größere randomisierte Studien, auch um geeignete Dosierungen zu bestimmen.

Was das für Patient:innen bedeutet

Die Pilotstudie zeigt, dass eine Behandlung mit standardisiertem Extrakt unter ärztlicher Begleitung bei diesen 27 Frauen machbar war und gut vertragen wurde.

Frauen mit Endometriose, die über medizinisches Cannabis nachdenken, können vor dem Termin in der gynäkologischen Praxis vier Wochen lang ein Schmerztagebuch führen. Darin notieren sie täglich Schmerzstärke von 0 bis 10 sowie jedes eingenommene Schmerzmittel mit Dosis, sodass sich eine spätere Veränderung messen lässt. Unser Ratgeber zu Endometriose erklärt die Behandlungsmöglichkeiten.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

Quellen

  1. PLOS One: Evaluating the impact of cannabinoid extracts on chronic pain and quality of life in endometriosis patients - a pilot study ·
  2. Hanf Magazin: Endometriose: Charité-Pilotstudie meldet weniger Schmerztage unter Cannabisextrakt ·

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