Medizinisch geprüft · 25.10.2026
DrAnsay-Umfrage: Viel Zustimmung, wenig Wissen über Cannabistherapie
Drei von vier Befragten sehen Medizinalcannabis als reguläre Therapie, aber nur 37 Prozent fühlen sich gut informiert. Die größte Sorge ist Abhängigkeit.
Die Telemedizin-Plattform DrAnsay hat im September 2026 eine Online-Befragung von 1.000 Menschen zwischen 18 und 65 Jahren veröffentlicht: 76,6 Prozent sehen medizinisches Cannabis als reguläre Behandlungsoption, aber nur 37,1 Prozent fühlen sich gut oder sehr gut informiert. Die Zahlen zeigen, wo Patient:innen vor einer Therapie die meisten Fragen haben.
Hohe Offenheit im eigenen Umfeld
Die Befragung lief online und wurde laut Hanf Magazin vom Marktforschungsunternehmen Appinio durchgeführt. Auftraggeber ist DrAnsay, eine Plattform, die selbst Cannabis-Rezepte über Telemedizin vermittelt. Den vollständigen Fragebogen, die Feldzeit und die genauen Antwortoptionen hat das Unternehmen nicht veröffentlicht; die Ergebnisse lassen sich deshalb nur eingeschränkt einordnen.
Auch persönlich zeigten sich viele Befragte offen. 69,1 Prozent hätten kein oder eher kein Problem damit, wenn eine Person aus ihrem engen Umfeld Cannabis verordnet bekäme. 62,6 Prozent könnten sich eine eigene Behandlung vorstellen, wenn eine Ärztin oder ein Arzt sie empfiehlt.
Abhängigkeit und Nebenwirkungen als Hauptsorgen
Bei der Frage, was sie an einer eigenen Therapie zögern ließe, nannten 27,4 Prozent die Sorge vor Abhängigkeit. 25,2 Prozent fürchten körperliche, 23,2 Prozent psychische Nebenwirkungen. Weitere Bedenken betrafen die Fahrtüchtigkeit und die Kosten. Genau zu diesen Punkten wünschen sich viele Befragte verlässliche Informationen, ebenso zu möglichen Langzeitfolgen.
Damit klafft eine Lücke: Die Akzeptanz ist hoch, das Wissen über Risiken, Kosten und Alltag mit der Therapie gering. DrAnsay verweist ergänzend auf einen eigenen Informationsleitfaden, den „Cannabis-Kompass“.
Der Zugang zur Therapie ist seit der Neuregelung im April 2024 einfacher geworden. Nach einer Bilanz des Düsseldorfer Anzeigers können Patient:innen nach fachärztlicher Anamnese, häufig über eine digitale Sprechstunde, Cannabis auf Rezept erhalten und über eine Apotheke beziehen. Umso wichtiger wird, dass Fragen zu Risiken vor der ersten Verordnung geklärt sind.
Was das für Patient:innen bedeutet
Die genannten Sorgen sind medizinisch berechtigte Fragen, die in ein ärztliches Erstgespräch gehören. Ob eine Cannabistherapie infrage kommt, hängt von Diagnose, Vorerkrankungen und anderen Medikamenten ab. Wechselwirkungen lassen sich nur prüfen, wenn die Ärztin oder der Arzt alle Präparate kennt.
Konkret: Bringen Sie zum Erstgespräch, auch per Video, eine vollständige Liste aller Medikamente mit Wirkstoff und Dosis mit. Welche Fragen dort sonst zur Sprache kommen, zeigt unsere Anleitung zum Cannabis-Erstrezept. Zum Thema Autofahren gibt es einen eigenen Ratgeber zu Cannabis und Autofahren.
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.
Quellen
- Düsseldorfer Anzeiger: Cannabis-Politik: Bilanz für Justiz, Jugend und Medizin ·
- DrAnsay via news aktuell / presseportal.de: Medizinisches Cannabis in Deutschland: Hohe Akzeptanz, aber große Wissenslücken ·
- Hanf Magazin: Umfrage zu Medizinalcannabis: Zugang, Telemedizin und Politik ·
Passender Ratgeber
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