Umfrage unter 5.556 Patient:innen: Datenschutz steht ganz oben
GreenMedical hat 5.556 Cannabis-Patient:innen befragt. 84 Prozent nennen Datenschutz sehr wichtig, die Videosprechstunde liegt im Mittelfeld.
Die Telemedizin-Plattform GreenMedical hat im August 2026 ihre eigenen Kund:innen befragt und 5.556 Antworten ausgewertet; 84,0 Prozent nannten den Schutz ihrer Gesundheitsdaten „sehr wichtig“. Damit liegt erstmals eine große Befragung von Cannabis-Patient:innen vor, die zeigt, worauf es ihnen bei Rezept und Versorgung ankommt.
So wurde gefragt
GreenMedical verschickte die Online-Umfrage vom 3. bis 10. August 2026 an 125.997 Personen aus dem eigenen Kundenstamm. 6.218 begannen den Fragebogen, 5.556 Antworten flossen in die Auswertung ein. Das entspricht einer Rücklaufquote von gut vier Prozent; 662 Personen brachen den Fragebogen vor dem Ende ab. Die Befragten bewerteten einzelne Aspekte der Versorgung, von Datenschutz über Qualität bis zum Preis, jeweils nach ihrer Wichtigkeit. GreenMedical veröffentlichte die Ergebnisse Mitte September 2026 per Pressemitteilung.
Die Ergebnisse gelten für Menschen, die bereits über GreenMedical behandelt werden. Sie sind nicht repräsentativ für alle Cannabis-Patient:innen in Deutschland und wurden nicht gewichtet. Auftraggeber und Befragte stammen aus demselben Unternehmen, das selbst Videosprechstunden und Rezepte anbietet.
Qualität und Selbstbestimmung vor Tempo
Datenschutz erreichte damit den höchsten Anteil an „sehr wichtig“-Antworten aller abgefragten Punkte. Dahinter folgen fast gleichauf die geprüfte Qualität mit garantiertem THC- und CBD-Gehalt (83,6 Prozent „sehr wichtig“) und die Selbstbestimmung über die eigene Therapie (83,3 Prozent). Die Möglichkeit, die Behandlung online zu organisieren, nannten 77,2 Prozent sehr wichtig, die freie Wahl der Apotheke 71,7 Prozent.
Schnelle Verfügbarkeit (66,4 Prozent) und ein niedriges Preisniveau (63,4 Prozent) landeten weiter hinten. Das Arztgespräch per Video erhielt im Durchschnitt 2,98 von 5 Punkten. Für viele Befragte ist die Videosprechstunde damit ein Werkzeug unter mehreren, das sie eher nüchtern bewerten. Die Befragten legen also mehr Wert auf sichere Daten und verlässliche Ware als auf Geschwindigkeit. Auch die freie Apothekenwahl ist für fast drei Viertel ein zentrales Kriterium.
Was das für Patient:innen bedeutet
Gesundheitsdaten zu einer Cannabistherapie sind besonders sensibel. Wer über eine Plattform behandelt wird, hat nach Art. 15 der Datenschutz-Grundverordnung das Recht zu erfahren, welche Daten gespeichert sind und an wen sie weitergegeben werden, etwa an Partnerapotheken.
Konkret: Schicken Sie Ihrem Telemedizin-Anbieter eine kurze E-Mail mit einer Auskunftsanfrage nach Art. 15 DSGVO; der Anbieter muss in der Regel innerhalb eines Monats antworten. Wie Online-Rezepte grundsätzlich ablaufen, erklärt unser Ratgeber zum Cannabis-Rezept online.
Quellen
- GreenMedical GmbH via news aktuell / presseportal.de: Medizinisches Cannabis auf Rezept: Zwei Jahre nach der Teillegalisierung wünschen sich Patient:innen mehr Sicherheit ·
- Hanf Magazin: Cannabis-Patienten-Befragung: Sicherheit vor Bequemlichkeit
Passender Ratgeber
Cannabisrezept und KrankenkasseWeitere Artikel zu Markt
Rückblick 2021: STADA steigt in den Markt für Medizinalcannabis ein
Im März 2021 brachte STADA über die Tochter STADAPHARM eigene Cannabisblüten für Schmerzpatient:innen auf den Markt. Ein Rückblick auf den Einstieg.
Fünf Jahre Cannabisgesetz: Barmer meldete 2022 sinkende Anträge
Zum fünften Jahrestag des Cannabisgesetzes 2022 zählte die Barmer 23.123 Anträge, 68,7 Prozent davon bewilligt. Die Zahl neuer Anträge sank seit 2019 deutlich.
2018: OLG Düsseldorf stoppt erste Cannabis-Anbau-Ausschreibung
Im März 2018 untersagte das OLG Düsseldorf dem BfArM den Zuschlag für den ersten deutschen Cannabisanbau. Die geplante Ernte 2019 war damit hinfällig.