BLE lehnt 44 Anträge für Cannabis-Modellprojekte ab
Die BLE lehnte 44 Anträge zu 20 Forschungsvorhaben ab, die sie als Modellprojekte einstufte. Von 82 Vorhaben erhielten bisher vier eine Erlaubnis.
Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat 44 Anträge zu 20 Forschungsvorhaben abgelehnt, weil sie diese als Cannabis-Modellprojekte einstufte, wie die Bundesregierung am 22. September 2026 mitteilte. Die kontrollierte Abgabe von Cannabis in Modellregionen kommt damit weiter nicht voran; die Versorgung mit Medizinalcannabis betrifft die Entscheidung nicht.
82 Vorhaben, vier Erlaubnisse
Die Zahlen stehen in Drucksache 21/8143, der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen. Bei der BLE gingen Anträge zu insgesamt 82 Forschungsvorhaben ein: neun im Jahr 2024, 60 im Jahr 2025 und 13 bis zur Antwort im Jahr 2026. Ein Vorhaben kann mehrere Anträge umfassen.
Vier Vorhaben erhielten eine Erlaubnis. Abgelehnt hat die BLE 29 Vorhaben mit 53 Anträgen, 13 Vorhaben mit 17 Anträgen wurden zurückgezogen. 17 Antragsteller:innen wurden angehört, 23 weitere Vorhaben waren noch nicht geprüft. Genehmigt hat die BLE damit bisher knapp fünf Prozent der Vorhaben.
Warum die BLE ablehnte
Von den 29 Ablehnungen entfielen 20 Vorhaben mit 44 Anträgen auf sogenannte Modellprojekte. Die Zahl 44 beschreibt also Anträge, hinter denen 20 Vorhaben stehen. Die BLE ordnete sie keiner zulässigen wissenschaftlichen Forschung nach § 2 Absatz 4 des Konsumcannabisgesetzes (KCanG) zu. Die übrigen neun Vorhaben scheiterten, weil kein Konsumcannabis verwendet werden sollte, gewerbliche Labortätigkeit im Vordergrund stand oder eine Erlaubnis nach dem Medizinal-Cannabisgesetz zu versagen war.
Die genehmigten Vorhaben befassen sich laut Antwort etwa mit dem Anbau von Nutzhanf und bestimmten Cannabissorten, mit Wachstum und Inhaltsstoffen sowie mit klimaneutralen Anbaumethoden. Orte, Antragsteller:innen und Starttermine nennt die Bundesregierung aus Datenschutzgründen nicht.
Widersprüche, aber keine Klagen
Gegen die Ablehnungen gingen 22 Widersprüche zu 14 Forschungsvorhaben ein. Klagen gegen einen ablehnenden Bescheid hat bisher niemand erhoben. Ob die Modellprojekte doch noch starten, entscheidet sich damit zunächst im Widerspruchsverfahren bei der BLE. Die Zahlen geben den Stand vom September 2026 wieder; die 23 noch offenen Vorhaben können sie noch verändern.
Einordnung
Modellprojekte sind wissenschaftlich begleitete Vorhaben, in denen Erwachsene Cannabis über einen regulierten Weg beziehen. Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD sieht regionale Modellvorhaben mit kommerziellen Lieferketten nach Angaben des Hanf Magazins nicht vor. Die Antwort zeigt, dass die BLE diesen Weg über die Forschungsklausel des KCanG blockiert. Für Patient:innen mit ärztlich verordnetem Cannabis gilt weiter allein das Medizinal-Cannabisgesetz, und daran ändert die Entscheidung nichts.
Quellen
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